Der Stundturm: das Herz der Burg
Das Wahrzeichen von Schäßburg hinter der Fassade: Geschichte, der Brand von 1676, die Figuren der Uhr, das Museum und praktische Infos.
Der Stundturm war das Haupttor der Burg und das Zentrum der Verwaltung. Heute ist er das Wahrzeichen von Schäßburg (Sighișoara) und der beste Einstieg in die Geschichte der Stadt: ein 64 Meter hoher Turm, in dem sich Verteidigung, Verwaltung, Handwerk und ein wenig barockes Theater begegnen.
Ein Tor, das zum Rathaus wurde
Der Turm wurde im 14. Jahrhundert errichtet, um den Haupteingang der Burg zu schützen. Weil er das stabilste Gebäude der Stadt war, zog auch die Führung der Gemeinde hierher: Im Saal im ersten Stock tagte bis 1556 der Stadtrat. Von den einst 14 Wehrtürmen sind neun erhalten, und der Stundturm ist der mächtigste von ihnen.
Der Brand von 1676 und das barocke Dach
Am 30. April 1676 zerstörte ein Brand etwa 80 % der Stadt, auch das Dach des Turms. Der Wiederaufbau dauerte von März bis September 1677 und wurde von Wanderhandwerkern ausgeführt: Veit Gruber aus Tirol und Philip Bong aus Salzburg, zusammen mit dem Zimmermann Valentinus. Damals erhielt der Turm die Silhouette, die du heute siehst: das barocke Dach mit Ecktürmchen und Zwiebelformen, sichtbar aus fast jeder Ecke der Stadt.
Die Uhr und die Figuren
Die Uhr wurde 1648 eingebaut; das heutige Uhrwerk der Schweizer Firma Fuchs läuft seit 1906. Jedes der beiden Zifferblätter hat 2,40 Meter Durchmesser. Am meisten fotografiert werden die etwa 80 Zentimeter großen Figuren aus Lindenholz: sieben Gestalten aus der römischen Mythologie, die die Wochentage anzeigen, von Diana (Montag) bis Saturn (Samstag) und Sonne (Sonntag).
Was du drinnen siehst
Seit 1899 beherbergt der Turm das Geschichtsmuseum. Durch die Museumsräume steigst du hinauf zur oberen Galerie mit dem schönsten Blick über die roten Dächer, die Unterstadt und die Hügel ringsum. Unter dem Turm liegt die Folterkammer, das ehemalige Militärgefängnis, eingerichtet nach 1677 und 1998 wieder für Besucher geöffnet. Dort wird der 6 Kilogramm schwere Stein aufbewahrt, den man den am Pranger auf dem Burgplatz Bestraften um den Hals hängte. Hier saß auch Johann Schuller von Rosenthal, ehemaliger Bürgermeister und der letzte in der Burg Enthauptete, am 28. September 1703.
Praktische Informationen
- Öffnungszeiten (15. Mai – 15. September): Dienstag–Freitag 9:00–17:30, Samstag–Sonntag 10:00–17:30.
- Öffnungszeiten (16. September – 14. Mai): Dienstag–Freitag 9:00–15:30, Samstag–Sonntag 10:00–15:30. Montag geschlossen.
- Tickets 2026 (Rathaus Schäßburg): Stundturm 50 Lei (Schüler/Studierende 15 Lei), Sammlung mittelalterlicher Waffen 20 Lei, Folterkammer 15 Lei, Kombiticket für alle drei 70 Lei.
- Wo: Piața Muzeului 1, am Eingang der Burg.
- Empfohlene Zeit: 45–60 Minuten für Museum und Galerie.
Hör dir die ganze Geschichte im digitalen Guide an, direkt vor Ort: https://ghid.exploresighisoara.ro/de/obiectiv/turnul-cu-ceas
Quellen
Informationen geprüft am 12. Oktober 2026.
- Sighișoara Clock Tower (Wikipedia, englisch): https://en.wikipedia.org/wiki/Sighi%C8%99oara_Clock_Tower
- Turnul cu Ceas (Wikipedia, rumänisch): https://ro.wikipedia.org/wiki/Turnul_cu_Ceas_din_Sighi%C8%99oara
- Pranger und Folterkammer (AGERPRES, 2019): https://agerpres.ro/2019/08/20/reportaj-mures-piatra-atarnata-la-gatul-celor-pusi-la-stalpul-infamiei-piesa-unica-pastrata-la-sighi--358062
- Museumspreise 2026 (Rathaus Schäßburg): https://primariasighisoara.ro/portal/mures/sighisoara/portal.nsf/pagini/serviciul+muzeul+de+istorie-00001E6A
- Öffnungszeiten des Museums: https://www.artline.ro/Turnul-cu-Ceas-Sighisoara---Adresa--program-si-bilete-30546-1-n.html